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Béla Bartók

Violinkonzert Nr. 1, op. posth. (1907)


Sein erstes Violinkonzert schrieb Béla Bartók 1907 für die ungarische Geigerin Stefi Geyer, seine Jugendliebe, die in Dissonanz endete. Bartók entwarf mit den beiden Sätzen ein Doppelportrait der Künstlerin, im ersten Satz erscheint ihre Poesie, im zweiten ihr virtuoses Temperament. Stefi Geyer spielte das Werk nie und es galt lange Zeit als verschollen. Erst nach ihrem Tod  kam das Manuskript im Nachlass zum Vorschein und wurde im Rahmen des "Bartók-Festes" 1958 in Basel uraufgeführt, auf Wunsch der Widmungsträgerin durch Hansheinz Schneeberger. Das Konzert steht noch ganz in der Spätromantik, ohne die dissonanten Brüche des späteren Bartok. Eine zauberhafte Erfindung ist der Beginn des ersten Satzes mit sich addierenden Sologeigen und das ganze Werk hat eine unmittelbar anrührende Qualität. Es wird zu selten gespielt.



Violinkonzert Nr. 2, BB 117 (1937-38)

Bartoks zweites Violinkonzert wurde im Auftrag des ungarischen Geigers Zoltán Székely geschrieben und ist ihm gewidmet. Vor der Kompositionsarbeit studierte Bartok die neuen Geigenkonzerte von Berg, Weill, and Szymanowski. Ursprünglich wollte Bartok nur ein Konzert in Form eines einzigen Variationensatzes schreiben. Auf Verlangen Szèkelys, der ein konventionelles Violinkonzert wünschte wurden dann noch der erste Satz Allegro non troppo und der letzte Satz Allegro molto zugefügt, die beide auf demselben Material basieren. Herzstück des Konzertes bleibt aber der mittlere Variationensatz, der ruhige und bewegte Abschnitte vereint und eigentlich in sich abgeschlossen ist. Ebenfalls auf Verlangen Székelys wurde der rein orchestrale Schluss des letzten Satzes zu einem Schluss mit Sologeige umgearbeitet. Heute werden beide Fassungen gespielt. Die Uraufführung erfolgte im Concertgebouw, Amsterdam im März 1939 mit Zoltán Székely und dem Concertgebouw-Orchester unter Willem Mengelberg.

Yehudi Menuhin erinnerte sich, dass ihn Bartok über das vertrackte zweite Thema ausgefragt habe, das im ersten und im letzten Satz vorkommt. Er habe geantwortet «Es ist ziemlich chromatisch». Darauf Bartok «Ja, das ist es chromatisch, aber haben Sie bemerkt, dass es sehr oft vorkommt?». Tatsächlich kommt es 32 mal vor, und nie genau gleich. «Ja eben, ich wollte Schönberg zeigen, dass man zwölftönig schreiben und trotzdem in der Tonalität bleiben kann».



Streichquartett Nr. 4 (1928)

Das vierte Streichquartett schrieb Bartok 1928. Im Zentrum steht der langsame dritte Satz. Das Cello beginnt dort mit einem grossen und leidenschaftlichen rubato-parlando Solo, dahinter ein fahler non-vibrato-Hintergrund der übrigen Streicher. Der Satz verklingt in einem Geige-Cello Dialog. Zweiter und vierter Satz sind je ein Scherzo, deren erstes ist ein Perpetuum mobile "con sordino", das andere durchwegs "Pizzicato", wobei Bartok erstmals die aufs Griffbrett knallenden Pizzicati vorschreibt, die später als "Bartok-Pizzicati" ein Begriff wurden. Die Allegrosätze am Anfang und am Schluss verarbeiten verwandtes Material. Besonders der letzte Satz beeindruckt bis heute durch seine unerhörte dissonant-heidnische Raserei. 


44 Duos für zwei Violinen (1933)

Nach Bartoks Erfolg seiner kindergerechten Klavierwerke "Für Kinder" (1909) und "Mikrokosmos" (1926-1939) wünschte sich der Frankfurter Violinpädagoge Erich Doflein leichte Geigenduos für die Geigenschule, die er zusammen mit seiner Frau schrieb. Bis 1933 entstanden insgesamt 44 Duos. Die Ein- bis Zweiminüter entstanden oft auf Basis der von Bartok vielgeliebten und -gesammelten Tänze und Lieder aus Transsylvanien, Rumänien oder sogar aus dem arabischen Raum. Trotz ihrer vordergründigen Einfachheit beinhalten sie veschiedenste Farben, viel Temperament und Spielwitz.