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Johann Sebastian Bach

Das fünfte Brandenburgische Konzert (1722)

Die sechs Brandenburgischen Konzerte stammen aus Bachs jüngeren Jahren, sie wurden 1722 für den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg (1677-1737) bzw. für seine ausgezeichnete Hofkapelle geschrieben. Mit ihren konzertanten Soloinstrumenten und den wechselnden Besetzungen stehen sie in der Tradition der Vivaldischen Konzerte für verschiedene Soloinstrumente. Diese hat Bach spätestens 1717 bei der damals führenden Dresdener Hofkapelle kennengelernt, als er in Dresden an einem Improvisationswettbewerb teilnahm.

Im heiteren fünften Brandenburgischen Konzert wird neben Geige, Flöte - erstmals in der Musikgeschichte - das Cembalo solistisch eingesetzt, u.a. in einer höchst virtuosen Kadenz. Man kann es also eigentlich als das erste Klavierkonzert überhaupt bezeichnen. Allgemein bekannt wurden die Brandenburgischen Konzerte erst 1869 mit der Publikation der Bachgesellschaft. Der erste Versuch einer vollständigen und historisch korrekten Aufführung ist in Referenzaufnahmen des Adolf Busch Kammerorchesters aus den Dreissigerjahren dokumentiert. Rudolf Serkin verwendete noch den Flügel, weil gut klingende Cembali nicht existierten (Originalton Busch: "Ich will dieses Gezirpe nicht hören"). Als Cellist und Gambist wirkte August Wenziger mit, der nach dem Krieg an der Schola Cantorum Basel massgeblichen Einfluss auf die Weiterentwicklung der historischen Aufführungspraxis hatte.

 

Das musikalische Opfer (1747)

In den drei Jahren vor seinem Tod erschuf Bach drei seiner grössten Werke: Das Musikalische Opfer, die h-moll Messe und die Kunst der Fuge, die zusammen auch als sein musikalisches Tstament bezeichnet wurden.

Zum "Musikalischen Opfer" kam es so: Bachs Sohn Carl Philip Emanuel war Cembalist beim jungen Preussenkönig Friedrich dem Grossen. Friedrich drängte Carl Philip Emanuel immer wieder, den alten Bach an seinen Hof zu holen und so machte dieser im Frühjahr 1747 mit seinem ältesten Sohn Wilhelm Friedemann die Reise nach Potsdam. Die Presse berichtete darüber: "Des Abends gegen die Zeit, da die gewöhnliche Cammer-Music in den Königl. Apartements anzugehen pflegt, ward Sr. Majestät berichtet, dass der Capellmeister Bach in Potsdam angelanget sey, und dass er sich jetzo in Dero Vor-Cammer aufhalte, allwo er Dero allergnädigste Erlaubnis erwarte, der Music hören zu dürfen. Höchstdieselben ertheilten sogleich Befehl, ihn herein kommen zu lassen und gingen nach deren Eintritt an das sogenannte Forte und Piano, geruheten auch, ohne einige Vorbereitung in eigener höchster Person dem Capellmeister Bach ein Thema vorzuspielen, welches er in einer Fuga ausführen sollte... Herr Bach fand das ihm aufgegebene Thema so ausbündig schön, dass er es in einer ordentlichen Fuga zu Papiere bringen und hernach in Kupfer stechen will". Bach spielte aus dem Stegreif eine dreistimmige Fuge über das königliche Thema. Er hat auch eine sechsstimmige Fuge über ein eigenes Thema improvisiert und danach Friedrich versprochen, das königliche Thema auch in einer sechsstimmigen Fuge zu verarbeiten. 

Carl Philip Emanuel berichtet im dem Vater gewidmeten Nachruf zusätzlich: "Nach seiner Zurückkunft nach Leipzig brachte er ein dreystimmiges und ein sechsstimmiges sogenanntes Ricercar nebst noch einigen anderen Kunststücken über das von seiner Königlichen Majestät angegebene Thema zu Papiere und widmete es in Kupfer gestochen dem Könige"  und zwar unter einem kunstvollen Titel dessen Anfangsbuchstaben das Wort RICERCAR bilden: "Regis Iussu Cantio et Reliqua Canonica Arte Resoluta" ("Der auf Geheiss des Königs ausgeführte Satz und das übrige gemäss Kanonkust aufgelöst"). Dieses sogenannte musikalische Opfer enthält eine Sammlung von Stücken, die alle auf dem komplexen königlichen Thema basieren:

Zuerst zu erwähnen ist das "Ricercar a tre", d.h. die dreistimmige Fuge für Tasteninstument. Sie wird wohl verwandt sein mit der Fuge, die Bach dem König aus dem Stegreif erfunden hat und mag am ehesten eine Idee von Bachs berühmter Improvisationskunst vermitteln.

Das beliebteste Stück ist die "Triosonate für Flöte, Violine und Basso continuo" über das königliche Thema, die bei aller Kunstfertigkeit mit lieblicher Zugänglichkeit dem Zeitgeschmack entgegenkam und bis heute entgegenkommt. Sehr berühmt ist auch das "Ricercar a sei", die hochkomplizierte sechsstimmige Fuge über das königliche Thema, die Bach nach der Heimkehr geschrieben hat.

Dazu gesellen sich einige ausserordentlich geistreiche Kanons mit zwei bis vier Stimmen. Teils sind in ihnen nicht alle oder nur eine Stimme ausgeschrieben und es ist das Rätsel zu lösen, wo und wie die nächste Stimmen einsetzt. Manchmal gibt es mehrere Lösungen. Ein Teil dieser Kanons haben auch symbolische Bedeutung. Am besten erläutert man die Eigenheiten während der Aufführung.