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  Musicians Diary
Gramophone, December 2012

A Week in my Life
The STRAD, November 2012

Europäisches Erbe: Dialog statt Diktat

Dresdener Neueste Nachrichten vom 27. 4.2012

Heute bin ich wie ein Gewehr

Berner Zeitung, 26.3.2012
Interview von Oliver Meier


Ich bin keine Schallplatte

www.concerti.de, März 2012
Interview von Arnt Cobbers


La violoniste qui dynamite le classique

L'ECHO (Bruxelles), 18.2.2012
Interview par Stéphane Renard


Risiko vor Perfektion

Kreiszeitung 13.2.2012
Interview von Jörg Worat


Mein Kuchen ist nicht fertig

Salzburger Nachrichten, 2.2.2012
Interview von Erika Pichler
 
 

 

 
 
Interview von Oliver Meier, Berner Zeitung, 26.3.2012

"Heute bin ich wie ein Gewehr"

Patricia Kopatchinskaja gehört zu den grossen Geigerinnen der Gegenwart. Ein Gespräch mit der Wahlbernerin über Konservenklassik, nervende Fluggesellschaften, Kuchenbacken auf der Bühne und die Sehnsucht nach Normalität.

        Kurz gefragt

        Wann haben Sie das letzte Mal gelacht?

        Vor einer Sekunde.

        Geweint?

        Ich weine oft, auf der Bühne, mit meiner Geige.

        Gelogen?

        Nie. Also jetzt.

        Lieblingsessen?

        Ich liebe es, Polenta mit der Hand zu essen. Als Kind habe ich immer Polenta mit Feta zu einem Ball geformt.

        Lieblingsbuch?

        Das Buch, das mein Mann leider noch nicht geschrieben hat – über sein Leben.

        Lieblingsort?

        Da, wo meine Tochter lächelt.


Frau Kopatchinskaja, früher haben Sie Interviews gehasst und Medientermine als Zeitverschwendung empfunden. Wie sieht es heute aus?

Patricia Kopatchinskaja: Ich denke immer noch genauso (lacht).

Trotzdem verzichten Sie nicht darauf.

Vor allem früher hatte ich das Gefühl, mich erklären zu müssen. Weil viele keinen Zugang hatten zu meinem Spiel, meinem musikalischen Stil. Es gab Leute, die waren geschockt oder zumindest vor den Kopf gestossen, als sie zum ersten Mal in ein Konzert von mir kamen. Deshalb waren die Interviews durchaus produktiv. Ich konnte sagen, wofür ich stehe. Und die Leute wussten danach, was sie erwartet.

Sie wurden dann medial zur «geigenden Wildsau» gekürt.

Dabei ist mein Spiel gar nicht so wild.

Bei ihrem ersten Studioalbum vor vier Jahren wollten Sie «das Mikrofon explodieren lassen»

Stimmt. Aber danach habe ich Beethovens Violinkonzert aufgenommen – zart, zerbrechlich. Das hat viele verblüfft. Ich bin sozusagen aus der Schublade entwischt, die man eigens für mich kreiert hatte.

Aber die Radikalität ist bis heute geblieben. Und auch die ungeheure Energie. Woher haben Sie die?

Ich bin so fanatisch, irgendwie. Und ich war es schon immer. Jetzt, da ich eine Tochter habe, erinnere ich mich zurück, wie ich selber war als Kind. Ich habe jeden Tag gebetet. Ich habe Gott gebeten, mir die Kraft dafür zu geben, viel zu arbeiten. Leider hat er es erhört (lacht).

Haben Sie nicht Angst, dass Sie sich zu früh verausgaben?

Ich habe gelernt, die Kraft einzuteilen, mich zu fokussieren. Früher war ich ein Pulverfass, das explodiert ist, heute eher wie ein Gewehr, das sehr genau schiesst. Die Energie ist da, aber ich weiss nicht wie lange. Ich komme mir oft wie eine Spielmaschine vor.

Das klingt sehr negativ.

Das ist es auch. Mein erster Gedanke am Morgen ist: Was muss ich heute spielen? Der zweite: Wo bin ich eigentlich? Dann beginne ich, die Finger zu spüren, nehme die Noten hervor – es ist wie Schlafwandeln. Man kann sich gar nicht vorstellen, was so ein Solistenleben bedeutet, wenn man es nicht erlebt. Auch der Druck auf der Bühne: Du stehst da, schwitzt wie ein Schwein und wirst von 1000 Personen angestarrt, während du versuchst, nicht nur die Töne zu spielen, sondern was hinter diesen Tönen steht, die ganze Philosophie.

Könnte es sein, dass Sie mal sagen: Jetzt reichts?

Das habe ich mir schon gesagt. Ich werde künftig weniger spielen. Und möchte mehr studieren, viel mehr lesen. Und mehr ein einfacher Mensch sein. Jetzt habe ich in Bern gerade einen Nähkurs besucht, zusammen mit meiner Tochter. Dort habe ich andere Mütter getroffen. Das war für mich eine seltsame Welt. Im normalen Leben bewege ich mich wie auf dem Mond.

Wie oft sind Sie überhaupt in Bern?

Nicht sehr oft. Und wenn ich nach Hause komme, bin ich meistens erschöpft. Die paar Tage, die ich zur Verfügung habe, sind da zum Kofferauspacken, zum Wäschewaschen, zum Schlafen. Und vor allem: um mit meiner Tochter zusammen zu sein. So viel wie möglich Mutter zu sein.

Schwer vorstellbar, wie sich alles unter einen Hut bringen lässt.

Es gibt auch nicht viele Solisten, die auch noch Kinder haben. Wissen Sie, ich habe das Gefühl, dass ich das niemandem richtig erklären kann. Es ist einfach ein super anstrengendes Unternehmen, das Leben so zu führen.

Sie haben mal gesagt, Sie seien eine «passionierte Hausfrau». War das Ihr Ernst?

Natürlich. Ich liebe das Haus. Wobei, mein Mann hat recht, wenn er sagt: Falls du länger zu Hause wärst, würden wir das kaum aushalten. Weil ich dann beginne, die Möbel umzustellen, überall zu putzen, allen auf die Nerven zu gehen. So gesehen habe ich schon den richtigen Beruf gewählt (lacht). Das Zuhause ist eine Gegenwelt, in der ich genauso meine Fantasie und Imagination spielen lasse.

Zum Beispiel?

Beim Kochen. Das ist wie auf der Bühne, ich hab mir das sehr genau überlegt: Die meisten Musiker bringen einen schönen Kuchen mit auf die Bühne, fertig gebacken, alles korrekt nach Rezept. Ich nicht.

Sondern?

Ich nehme bloss die Zutaten mit und backe den Kuchen auf der Bühne! Der Ofen sieht immer anders aus, und auch die Zutaten wechseln. Manchmal misslingt der Kuchen. Und manchmal kommt ein ganz anderer Kuchen heraus, als im Rezept stand. Das ist meine Art, zu backen. Und meine Art, Musik zu machen.

Klingt originell. Man könnte aber auch sagen: Die üblicheVariante ist im Grunde seltsam.

Klassische Musik auf der Bühne ist heute oft verkochtes Gemüse aus der Konserve, das man nicht mehr als solches erkennt. Deswegen besuche ich kaum je ein Konzert. Viele Solisten schalten den Autopiloten ein und bewegen sich wie Roboter auf der Bühne. Kaum jemand wagt etwas, mit dem Risiko, sich zu blamieren. Ich bevorzuge Gemüse, bei dem man die Erde noch schmeckt. Oder sagen wir: Es braucht das Subversive, das Bakterium, das den Körper herausfordert. Der Konzertsaal ist keine Wellnessoase!

Haben Sie eigentlich immer noch Lampenfieber?

Ja. Das heisst: Mein Magen hat Lampenfieber. Aber im Kopf funktionierts mittlerweile. Und ich spiele im Gegensatz zu den meisten Solisten immer mit Noten. Einen Blackout gibt es also nicht. Oder sagen wir: Sollte es nicht geben

Das heisst?

Vor kurzem ist mir in Budapest ein Blackout passiert – mit Noten! Beim Violinkonzert von Tschaikowsky. Vier Takte lang konnte ich nicht mehr spielen.

Und?

Es war ein Albtraum. Er dauerte vielleicht 12 Sekunden. Aber für mich war es eine Ewigkeit. Ich habe mich so geschämt. Danach wagte ich mich nicht mehr aus dem Hotel. Ich zerbrach mir den Kopf darüber, was falsch gelaufen ist.

Zu welchem Schluss sind Sie gekommen?

Dass ich ein Wirrwarr in meinem Kopf hatte. Erst komponierte ich, dann übte ich Kurt Weill, und am Abend spielte ich Tschaikowsky. Das geht nicht. Aber eigentlich finde ich solche Pannen sehr interessant. So ist das Leben: voller Zufälle, Fehler, Unwägbarkeiten. Perfektion ist immer eine Lüge, auch auf der Bühne.

Als Sie letztes Jahr an der Musikfestwoche Meiringen mit dem Goldenen Bogen ausgezeichnet wurden, sagten Sie: «Ich bin noch jung, ich darf noch Fehler machen. Dieser Preis macht mir Angst.»

Natürlich bekomme ich gerne solche Preise, aber ich habe immer auch Bedenken. Je mehr man anerkannt ist, desto weniger hat man die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Man sieht sich ständig im Spiegel. Zum Lernen gehört das Fehlermachen, das Sichverirren. Und das möchte ich mir leisten können, bis ich tot bin.

Schimpfen Sie manchmal mit Ihrer Geige?

Nein. Ich bin immer schuld, wenn etwas nicht läuft.

Schimpft die Geige manchmal mit Ihnen? Sie sind ja nicht immer nett zu ihr.

Ich habe eine so tolle Geige. Sie ist ein super Kamerad.

Was hebt sie ab von anderen?

Sie hat keine Tabus. Sie kann schreien, schimpfen, flüstern, husten. Und sie kann historische Epochen ebenso gut erkunden wie zeitgenössische Musik, in der es ganz neue, andere Klangfarben braucht. Wir haben eine sehr produktive Zusammenarbeit.

Mit einer anderen Geige hatten Sie weniger Glück. Vor zwei Jahren wurden Sie bei der Einreise in die Schweiz stundenlang festgehalten und verhört, weil sie Ihre millionenteure Guarneri-Geige, eine Leihgabe der österreichischen Nationalbank, nicht vorschriftsgemäss deklariert hatten.

Das war ach, ich will dazu nichts mehr sagen.

Werden Sie irgendwann darüber lachen?

...das kann ich jetzt schon (lacht). Ich denke, es ging dort um etwas Grundsätzliches: um die Konfrontation von Kunst und Bürokratie. Das ist noch nie gut gegangen. Ich war unverhofft in einer Situation, die viele Musiker ähnlich schon mal erlebt haben.

Am Flughafen?

Ja. Oder im Flugzeug. Ich sass mal im Flugzeug, hatte meine Geige im Handgepäckfach verstaut. Dann kam eine Stewardess, hat sie weggenommen und wollte sie nach unten in den Gepäckraum bringen. Ich habe gesagt: Kommt überhaupt nicht in Frage. Es gab eine unglaubliche Diskussion, bis ich sagte: Ok, dann flieg ich eben nicht. Ich ging raus und stellte mich vors Flugzeug.

Wirklich?

Sie können sich gar nicht vorstellen, was man als Profimusiker unterwegs alles erlebt, da wird man verrückt. Bei manchen Fluggesellschaften wird man gezwungen, für die Geige einen zusätzlichen Sitz zu kaufen und muss sie dann trotzdem im Handgepäckfach verstauen. Eine Frechheit. Es gibt Fluggesellschaften, mit denen sollte man nicht reisen, wenn man eine kostbare Geige dabei hat. Ein Cello ist übrigens noch schwieriger. Ich bin froh, dass ich keine Cellistin bin (lacht).

Wollten Sie eigentlich von Anfang an Geige spielen?

Nein, Geige hab ich erst gehasst. Ich wollte einfach Musikerin sein. Und ich hab mich immer schon vor allem für sperrige, zeitgenössische Musik interessiert. Meine Studienkollegen in Wien konnten das überhaupt nicht verstehen, ich war für sie wie eine Mondbewohnerin.

Sie kamen 1990 mit Ihren Eltern von Moldau nach Wien. Wie war das?

Du kommst mit dem Zug aus Moldau, einem chaotischen Land mit Feldern voller Kot und Müll. Dann nach der österreichischen Grenze wird die Welt immer quadratischer und gepflegter, klarer. Die Leute lächeln auch, aber es bedeutet etwas anderes als in der Heimat. Das war alles nicht einfach. Aber es war auch eine grosse Chance. Als wir nach Wien kamen, war ich 13 und älter als irgendein alter Mensch. Ich glaube ohnehin, dass ich eine alte Seele habe.

Woran haben Sie das gemerkt?

Ich wusste immer, was ich zu tun habe. Und ich habe mich durch nichts beirren lassen. In Wien hatte ich erst niemanden, der mich unterstützt hat, ich konnte nicht mal die Sprache. Ich war wie ein Tier – mit einem todsicheren Instinkt.

Wie haben Sie in Wien gelebt?

Wir hatten so gut wie nichts. Meine Mutter musste mit 100 Schilling pro Tag auskommen, das sind sieben Euro, für vier Personen.

Und Ihr Vater, der berühmteste Zymbalspieler der Sowjetunion?

Zwischendurch konnte er noch auftreten, doch das brachte wenig ein. Er hat in Wien als Kranführer gearbeitet. Niemand von den Arbeitern wusste, dass er Musiker war.

Dann kamen Sie nach Bern...

Dank einem Stipendium, ja. Bern war für mich ein fruchtbarer Boden, weil ich mich hier konzentrieren, in Ruhe an mir arbeiten konnte. Man hat mich hier auf Händen getragen. Und man hilft mir bis heute. Dafür bin ich sehr dankbar.

Kaum vorstellbar, dass Sie noch finanzielle Unterstützung nötig haben.

Es gibt kaum noch eine Plattenfirma, die es sich leisten kann, sperrige Alben zu produzieren, die sich nicht verkaufen.

Was haben Sie denn für CD-Pläne?

Im Sommer erscheint ein neues Album mit den Violinkonzerten von György Ligeti und Béla Bartók. Dann nehme ich mit Fazil Say alle Sonaten für Klavier und Violine von Beethoven auf. Wir sind schon mittendrin.

Über Ihre Zusammenarbeit mit dem türkischen Pianisten Fazil Say hört man so einiges.

(Seufzt) Es ist nicht einfach. Ich glaube nicht, dass sich je zwei Musiker so in die Haare geraten sind wie wir. Regelmässig. Aber wir machen trotzdem weiter. Ich glaube, ich würde mich unglaublich langweilen mit einem anderen Pianisten. Und wir streiten ja immer nur über Musik.

Zum Beispiel?

Wir haben lange über zwei Töne in einer Prokofjew-Sonate gestritten.

Wo lag das Problem?

Ich spielte tock-tock und anschliessend huaaaah. Er schüttelte den Kopf, fand: Das musst du ganz anders machen. Ich antwortete: Nein, das ist doch das Klopfen des KGB, des sowjetischen Geheimdienstes! Als Prokofjew die Sonate schrieb, hatten alle Angst vor dem KGB. Fazil Say sagte: Nein, so geht das nicht, auf keinen Fall! Und so weiter.

Klingt nach aufreibenden Proben.

Die Energien sind gewaltig. Vulkan, Erdbeben, alle Naturkatastrophen in einem.

Wo liegen die Grenzen?

Von manchen Komponisten hat er komplett andere Vorstellungen als ich. Zum Beispiel von Mozart. In Salzburg spielten wir zusammen Mozart, es gab stehende Ovationen und tolle Kritiken. Aber wir fanden uns überhaupt nicht. Ich habe Fazil Say dann in einem langen Brief erklärt, wie ich Mozart verstehe.

Seine Antwort?

Dass wir nie mehr zusammen Mozart spielen sollten.

 
     
 
Von Arnt Cobbers in www.concerti.de, März 2012

"Ich bin keine Schallplatte"
Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja über Provokationen, Notenlesen und Geigespielen im Schrank


Sie gilt als das Enfant terrible der Geigenwelt, die junge Moldawierin mit österreichischem Pass und Wohnsitz Bern. Dabei ist sie nur eine Musikerin aus Leidenschaft. Eine, die sich etwas traut. Provokation als Selbstzweck ist ihr fremd. Als ich sie in der Lobby eines Kölner Hotels treffe, kommt sie gerade von der Probe. Sie spricht schnell und engagiert. Erst hinterher sagt sie lachend, dass sie eigentlich viel zu müde gewesen sei für ein vernünftiges Interview.

Frau Kopatchinskaja, auf youtube gibt es einen Film, auf dem man Ihren Vater virtuos Zymbal spielen sieht. Ist der wirklich am Tag Ihrer Geburt aufgenommen?
Ja. Meine Mutter sagt, dass es so war. (lacht) Sie war im Krankenhaus und mein Vater musste zur Aufnahme.

Wie kommt es, dass Sie nicht Volksmusikerin geworden sind?
In Moldawien haben alle Volksmusiker eine klassische Ausbildung. Man kommt nicht drum herum. Ich habe mich für die klassische Seite entschieden. Und dann haben wir ja auch früh Moldawien verlassen.

 
Und zur Geige kamen Sie, weil Ihre Mutter Geigenlehrerin war?
Wahrscheinlich. Mein Vater hat sich immer gewünscht, dass seine Töchter später einmal abgesichert sind. Als Geiger kann man eine Stelle in einem Orchester bekommen, mit einem sicheren Gehalt und Krankenversicherung. Eigentlich ist er ziemlich enttäuscht, dass das bei uns beiden nicht der Fall ist. (lacht) Meine ältere Schwester ist Geigerin in Wien, sie macht viel Kammermusik.

 
Warum ist Ihre Familie, als Sie zwölf waren, nach Wien gegangen?
Es war die Zeit des Umbruchs, man wusste nicht, was passieren würde. Mein Vater hat nicht an eine schnelle Besserung geglaubt. Wären wir da geblieben, würde ich jetzt vielleicht Kartoffeln auf der Straße verkaufen. Und um ein schönes Leben zu haben, hätte ich einen Oligarchen heiraten müssen. Als Musiker vernünftig zu leben, ist in Moldawien auch heute noch nicht möglich.

 
Sie haben in Wien auch Komposition studiert. Komponieren Sie noch?
Vor einiger Zeit habe ich das Berg-Konzert in Prag gespielt, und danach hatte ich plötzlich wieder wahnsinnige Lust. Ich habe mich hingesetzt und etwas geschrieben. Aber ich habe einfach zu wenig Zeit. Ich spiele um die hundert Konzerte im Jahr. Und zu Hause finde ich auch keine Ruhe – ich habe eine kleine Tochter. Ich möchte nichts Schlechtes auf die Bühne bringen, nur weil ich einen Namen habe. Das wäre unfair dem Publikum gegenüber. Außerdem: Ich spiele so tolle Musik. Was kann man nach dem Ligeti-Konzert noch schreiben? Das ist schon hart. Aber ich bin sicher, es war immer so.

 
„Das heutige Desinteresse an neuer Musik ist das Zeichen einer untergehender Kultur“, schreiben Sie auf Ihrer Internetseite. Sehen Sie unsere Kultur untergehen?
Ich hoffe, es gibt eine Zukunft. Wir müssen die moderne Musik an die breite Öffentlichkeit bringen und sie nicht nur für einen kleinen Kreis von Eingeweihten spielen. Und wir müssen sie emotional und körperlich spielen. Man muss dem Publikum die Angst nehmen.

 
Und doch spielen auch Sie sehr viel „alte“ Musik.

Nur zeitgenössische Musik zu machen, würde mich eingrenzen. Ich möchte versuchen, alles zu spielen, was es gibt – auch wenn ich weiß, dass ich nicht alles gleich gut kann. Immer wieder dasselbe zu spielen, würde mich zu einer Schallplatte machen. Aber ältere Musik ist genauso avantgardistisch wie die Musik von heute. Es geht in der Musik immer wieder um grundlegende Dinge: Liebe und Verzweiflung, Schmerz und Freude. Die Frage ist nur, wie das in der Musik ausgedrückt wird. Wie spielt man es und wie hört man es. Mein Ziel ist, alle Musik für uns heute verständlich zu machen. Das Stück soll im Konzert zum ersten und zum letzten Mal erklingen. Und der Komponist ist dabei. Ich stelle mir vor, dass Beethoven in der ersten Reihe sitzt.

 
Geht denn das? Das Publikum kennt die Werke doch.
Das ist das Problem. Aber es gibt Leute, die ein offenes Ohr haben und neugierig bleiben. Wenn man immer wieder dasselbe sagt, wird es irgendwann nicht mehr wahrgenommen. Die Musik bekommt einen Tapetencharakter. Es ist wie bei einem Bild: Wenn man es anders beleuchtet oder restauriert oder eine Lupe zur Hand nimmt, dann entdeckt man plötzlich die erstaunlichsten Dinge.

 
Warum bleiben Sie an den Noten und gehen mit dem Material nicht viel freier um – wie es Theater- und Opernregisseure und auch Jazzmusiker wie selbstverständlich tun?
Das habe ich mich auch oft gefragt. Wir trauen uns nicht. Andererseits: Der Notentext ist eine Abstraktion. Anders als in der Literatur bleiben in der Musik sehr viele Dinge offen. Da gibt es viel mehr Raum, als wir glauben. Man muss die Noten nicht verändern, man kann so vieles mit ihnen machen.

 
Wie viel darf man machen?
Um das herauszufinden, muss man an die Grenzen gehen – und über sie hinaus. Das geht nicht auf der Probe, sondern nur im Konzert. Da muss man auf diesen magischen Moment warten und hoffen, dass dieser hypnotische Zustand so eine Energie schafft, dass man sich plötzlich frei bewegt wie im All. Man hebt ab. Es ist vielleicht so ein Zustand, in dem sich ein Schamane befindet. Und ich weiß, wenn ich nicht in diesem Zustand war, ist das Konzert nicht gut gelaufen.

 
Und trotzdem bleiben Sie den Noten treu?
Man ist in einem Rauschzustand und muss zugleich eine gewisse Kontrolle behalten. Das geht. Für mich sind die Noten wie eine Landkarte. Sie schließen nichts ab, sondern eröffnen mir eine ganze Welt.

 
Entwickeln Sie zu jedem Stück eine Geschichte?
Fast. Ich kann nicht nur abstrakt spielen. Ich erfinde zu jedem Stück eine Geschichte, die aber trivial zu erzählen ist.

 
Und im Konzert rufen Sie die ab.
Sie kommt. Das erleichtert den Zugang, besonders zu zeitgenössischer Musik.

 
Sollte sich das Publikum auch eine Geschichte ausdenken?
Ja. Ich mache das auch, wenn ich als Zuhörer im Konzert sitze. Und oft langweile ich mich, weil ich merke, dass ein Interpret keinen Zugang hat. Er spielt einfach leere Töne, das ist nicht interessant. Schönheit allein ist Kitsch und unecht. Es muss um den Sinn gehen. Man kennt das: Wenn man etwas vorliest und sich auf die Aussprache konzentriert, bekommt man den Inhalt nicht mehr mit. Und das ist es, was vielen Interpreten passiert. Sie konzentrieren sich auf eine schöne Darbietung, sind aber nicht richtig dabei.

 
Man braucht auch das Hässliche als Balance zum Schönen?
Beides muss da sein. Die Realität ist, dass wir täglich auch mit Dreck zu tun haben. Wir kommen aus der Erde und gehen wieder dahin zurück, das sollten wir nie vergessen. Ich würde nie die hässlichen Seiten eines Stückes verschönern, aber auch nie die schönen Seiten verhässlichen. Wir müssen alles herausholen, was in einem Stück drinsteckt. Auch die Kreutzersonate hat damals ihr Publikum verstört. Und es ist unsere Aufgabe, diese Verstörung aufs Neue zu erzeugen.

 
Bei zeitgenössischer Musik ist das schwierig, weil die Leute keine Erwartungen haben, die man unterlaufen kann.
Sie haben vielleicht die Erwartung, dass es hässlich und unverständlich wird. Da muss man eben die Dinge verständlich und schön machen, eine innige Atmosphäre schaffen, die einen berührt, fesselt, zum Zuhören zwingt. Weg von der Fassade, von der Oberfläche. Ich wollte mal einem Designer den Auftrag geben, mir einen Schrank zu entwerfen, in dem ich auf die Bühne komme und spiele. Kein Gesicht, kein gar nichts. Hört nur die Musik!

 
Warum haben Sie auf der Bühne immer einen Notenständer vor sich?
Ich kann nicht auswendig spielen. Ich habe echtes Lampenfieber, und mit den Noten habe ich einen Halt. Ich gucke wirklich die ganze Zeit auf die Noten. Aber es kommt noch etwas hinzu: Wenn man etwas auswendig gelernt hat, betoniert man es in seinem Gedächtnis ein, mit einer bestimmten Emotion, einer bestimmten Geschichte. Aber wenn ich etwas lese, lese ich es immer wieder neu.

 
Sie haben vermutlich manchmal Probleme mit Dirigenten und Orchestern.

Natürlich, klar. Aber allmählich nehmen sie mich so, wie ich bin. Sie wissen jetzt, wen sie da einladen. Dabei haben auch die CDs geholfen. Ich muss nicht Tausende Konzerte geben, damit man mich kennt. Mit Platten ist man präsent. Leider in einem Regal, leider im Quadrat. Aber man kennt mich.

CDs zu machen widerspricht ja eigentlich Ihrem Ansatz.
Ich wollte nie Platten aufnehmen. Musik ist nicht zu fangen. Aber ich bin nicht unglücklich über die CDs, die ich gemacht habe. Natürlich ist es oft geschnitten. Es ist wie eine Gesichtsoperation. Es sieht wie ich aus, aber das bin nicht ich. Es hat nicht die Macken, die die Natur gemacht hat. Aber aufnehmen lohnt sich schon.

 
Spielen Sie immer barfuß?
Immer, weil es bequemer ist. Aber ich mag es nicht, dass die Journalisten dauernd darüber schreiben. Ich will, dass man mir zuhört, und nicht, dass man auf meine Füße schaut. Das ist ein Problem geworden. Ich bin da in einer Schublade gelandet und hoffe, dass ich bald wieder rauskomme. Ich will nicht provozieren, um zu provozieren. Ich versuche allein, dem Stück nichts schuldig zu bleiben. Große Musik wurde nicht aus Bequemlichkeit oder um der Schönheit des Lebens willen komponiert, sondern aus ganz vielen Motiven. Durchaus auch aus Protest. Wenn das Stück die Provokation braucht, mache ich’s. Wenn das Stück es nicht braucht – auch gut.

 
Könnten Sie sich vorstellen, einmal nicht mehr Geige zu spielen?

Mit diesr Vorstellung muss jeder Musiker leben. Man braucht sich nur einen Knochen zu brechen oder einen Nerv zu verletzen, und aus ist es mit der Musik. Dann könnte ich mir vorstellen, wieder mehr zu komponieren oder zu unterrichten.

 
     
 
Von Jörg Worat in Kreiszeitung vom 13.2.2012

Patricia Kopatchinskaja gastiert in Hannover und Bremen / Die Geigerin im Gespräch über Tschaikowsky und Neue Musik
Risiko vor Perfektion

HANNOVER/BREMEN · Sie ist die „junge Wilde“ unter den Violinistinnen: Patricia Kopatchinskaja hat mit ihrem eigenwilligen Stil für viel Aufsehen gesorgt.Im März können die Hannoveraner sie doppelt erleben: Am 12. spielt die 1977 in Moldawien geborene Musikerin zusammen mit dem Pianisten Fazil Say im NDR Kammermusik, eine Woche später mit dem Deutschen Symphonieorchester Berlin im Kuppelsaal Tschaikowskys Violinkonzert. Dieses Werk wird Patricia Kopatchinskaja auch interpretieren, wenn sie am 4. und 5. Juni mit den Bremer Philharmonikern in der Glocke auftritt.

Wie sehen Sie das Tschaikowsky-Violinkonzert?
Patricia Kopatchinskaja: Tschaikowsky war ein exaltierter Gefühlsmensch, labil bis zur Hysterie. Solche Emotionen stecken auch in seinem Geigenkonzert, man darf das nicht versachlichen oder sich davon objektiv distanzieren. Das Werk überzeugt nur, wenn diese Gefühle, Stimmungen und Schattierungen beim Wort genommen und so exaltiert ausgelebt werden, wie uns Tschaikowsky in seiner Biographie entgegentritt.

Hat für Sie je der „schöne Ton“ eine Rolle gespielt?
Kopatchinskaja: Nur schöner Ton ist auf die Dauer unerträglich. Die Geige ist ein Tier, das manchmal auch hauchen, fauchen oder kratzen muss. Dazwischen macht es die schönsten Töne, die gehören auch zur Palette und sind für mich ganz existentiell.

Und wie wichtig nehmen Sie es, wenn man sich „verspielt“, eine falsche Note hineinschmuggelt?
Kopatchinskaja: Wenn ich die Wahl zwischen Perfektion und Risiko habe, so wähle ich das Risiko – es ist interessanter und aufregender. In der Zusammenarbeit mit Fazil erreichen wir aber mittlerweile oft höchste Perfektion, obschon wir einige Risiken eingehen.

Sie haben auch ein ausgeprägtes Interesse an Neuer Musik. Wie bringt man die dem Publikum nahe?
Kopatchinskaja: Wenn man mir die Chance gibt, so kann ich die Leute auch mit neuester Musik gewinnen. Das Problem sind mehr die Veranstalter, die panisch werden, wenn man nicht nur Beethoven und Mozart spielen will. 

Sie sind außerdem selbst Komponistin. Wie würden Sie da Ihren Stil beschreiben? Wer hat Sie beeinflusst?
Kopatchinskaja: In den letzten Jahren komponierte ich nur wenig, setzte mich dafür umso mehr für meine Komponistenkollegen ein. Stilistisch ging es mir nie um rein instrumentelle Musik, sondern ich wollte alle Ausdrucksformen einbeziehen, Töne, Sprache, Geste, Pantomime, Theater. Wer hat mich dabei beeinflusst? Erst nach der Emigration aus Moldawien bin ich in Wien der zweiten Wiener Schule mit Webern und Schönberg, aber auch immer wieder Beethoven, Bartok, Xenakis begegnet. Auch das Hören und Spielen der Musik der Kollegen im Studium. Nachher war ich mehr von Kurtag und Ustwolskaja magnetisiert. Aber beim Komponieren kommt es eigentlich darauf an, sich nicht beeinflussen zu lassen und eine völlig eigene Sprache zu finden.

Glauben Sie, dass es einfach ist, mit Ihnen zusammenzuarbeiten?
Kopatchinskaja: Das müssten Sie eigentlich die Anderen fragen. Aber mit Fazil zum Beispiel machen wir es einander nicht einfach, in den Proben fliegen Fetzen. Erst auf der Bühne sind wir ein Herz und eine Seele.  

Sie stammen aus einer musikalischen Familie. War das entscheidend für Ihre Karriere? Oder hatten Sie als Kind zeitweilig andere Berufswünsche?
Kopatchinskaja: Seit ich mich erinnere, war in unserer Musikerfamilie klar, dass ich Geige spielen werde. Der einzige andere Wunsch war seit der Jugend die Komposition.  

Was ist heute noch das Moldawische in Ihnen? Und haben Sie als Wahlbernerin etwas vom Schweizer Charakter angenommen?
Kopatchinskaja: Die Moldawier sind Südländer, sie gehören zur Mittelmeer-Schwarzmeerkultur. Schon in Wien musste ich Tugenden wie Pünktlichkeit lernen. Das kommt mir heute zustatten. Aber eine richtige Westeuropäerin werde ich wohl nie werden. 

Was hat Sie veranlasst, für „Terre des Hommes“ tätig zu werden?
Kopatchinskaja: Bei Terre des Hommes unterstütze ich vor allem Projekte für Kinder in meiner armen und seit Jahrhunderten von diversen Regimes geplagten Heimat. Ich habe von meinem Land Musik und Musikalität mitbekommen. Ich möchte etwas zurückgeben.

Wie würden Sie Ihren Charakter beschreiben? Worüber ärgern Sie sich am meisten? Worüber können Sie lachen?
Kopatchinskaja: Oh Gott, der Charakter ist sicher schlecht. Ich bin ungeduldig, ärgere mich über langsame Auffassung. Lachen kann ich über absurden Humor, wie er in Russland goutiert wird.

Sind Sie ein religiöser, ein spiritueller Mensch?
Kopatchinskaja: Ja.

Können Sie sich vorstellen, eines Tages die Geige beiseite zu legen und etwas ganz Anderes zu machen?
Kopatchinskaja: Mit dieser Vorstellung muss jeder Geiger und Musiker leben: Man muss sich ja nur einen Finger brechen oder einen Nerv verletzen, und aus ist es mit der Musik. Dann könnte ich mir vorstellen, wieder mehr zu komponieren oder zu unterrichten.

 
     
 
Interview von Erika Pichler, Salzburger Nachrichten, 2.2.2012

"Mein Kuchen ist nicht fertig"
die moldawische Geigerin Patricia Kopatchinskaja im SN-Gespräch. 
 

Ihre fünfjährige Tochter Alisa ist neben der Musik Patricia Kopatchinskajas zweiter Lebensinhalt. "Ich habe gerade Mozarts D-Dur-Konzert geübt. Da stellt sie sich auf einen Stuhl, steckt sich eine Feder in die Haare und fängt an zu dirigieren, sich zur Musik zu bewegen, Grimassen zu schneiden. Und ich habe mir gedacht: Genau so muss man das spielen. So wie Kinder das Universum entdecken und wie sie darüber staunen können. Das hält Musik frisch."

Frische ist zu einem Markenzeichen der gebürtigen Moldawierin geworden. Ein anderes ist ihre Erdigkeit. Durch sie ist die prinzipiell barfuß auftretende Künstlerin zu einer Art Antiheldin des Klassikmarkts geworden. Auf die Frage, wie sie sich selbst sehe, fällt ihr nach kurzem Nachdenken ein interessantes Bild ein: "Viele Interpreten präsentieren sozusagen einen fertigen Kuchen. Ich habe den Kuchen nicht fertig, ich backe ihn erst auf der Bühne. Ich bin . . . ein Koch! Ich bringe die Zutaten mit, und ich experimentiere gern damit, und dann kommt es, wie es kommt. Manchmal wird der Kuchen wunderbar. Es besteht aber auch das Risiko, dass er kaputt geht."

Wie erhält man sich den Mut zum Risiko trotz eines gnadenlos dichten Konzertkalenders? Und wie viel Wagemut gestattet man sich, wenn man gerade in der Mozartstadt während der Mozartwoche eine der bekanntesten Mozartsonaten spielt? "Das kann auch inspirieren", sagt Kopatschinskaja. "Und wenn genügend Engel um mich sind, dann kann ein Wunder passieren. Wenn nicht, dann entsteht Asche statt des Feuers, das man überbringen will." Diese Gefahr sei allerdings gebannt, sobald sie mit Fazil Say musiziere. Für die Geigerin ist der türkische Pianist ein Geistesverwandter. "Wir haben ein Konzept, das jede Sekunde maximale Freiheit zulässt. Und wir entdecken oft viel Neues, sogar während des Konzerts."

Die Spontaneität des Augenblicks macht auch vor einem Koloss der Kammermusik wie Beethovens "Kreutzersonate" nicht Halt, mit der Kopatschinskaja und Say ihr Salzburger Programm beendeten. Vor Jahren schon spielten sie das Werk unverwechselbar rau und rasant auf CD ein. "Inzwischen empfinden wir beide diese Aufnahme als akademisch", sagt Kopatschinskaja. "Wir spielen das heute noch viel stürmischer, wilder, fast terroristisch."

Ihre Eigenständigkeit ist auch dem an der Universtität Mozarteum lehrenden Violinprofessor Igor Ozim geschuldet, bei dem Kopatschinskaja bis zum 20. Lebensjahr studiert hat. "Ich habe bei ihm gelernt, wie man Probleme selbst löst. Und er hat nach zwei Jahren gesagt: ,Jetzt bist du so weit. Du kannst gehen.‘" Freilich fordere der eigene Weg seinen Tribut. "Ich habe mich mein ganzes Leben aus einem Kokon befreit. Nicht allen gefällt, was ich mache, ich habe mich oft sehr einsam gefühlt. Ich bin froh, jetzt älter zu sein. Man begegnet mir mit mehr Respekt, wohl weil ich diesen Weg schon lang gehe, ohne abgestürzt zu sein."

Die Tochter einer Geigenlehrerin und eines Zymbalisten ist seit je auch sattelfest am Klavier. Bei Auftritten in Wiener Lokalen, mit denen sich die Emigrantenfamilie in der ersten Zeit in Wien durchschlug, sprang sie schon als 14-Jährige bisweilen für den Vater ein. "Mit ein bisschen Jazz am Klavier habe ich damals im Restaurant Beograd das erste Trinkgeld verdient." Das Klavierspiel war später eine gute Basis, um Komposition studieren zu können. Heute sind Komponisten die Musiker, denen sich Kopatschinskaja am nächsten fühlt. "Nicht nur lebende, sondern auch tote. Wenn ich im Konzert Beethoven spiele, dann sitzt er in der ersten Reihe, auch in Salzburg. Und manchmal möchte er mich erschlagen."

 

 
     
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