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  Die Essenz des Unaussprechlichen - Patricia Kopatchinskaja, Musikerin
Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, September/Oktober 2007
Bericht und Interview von Ulrike Lampert

Wildcat dreaming
Courier Mail, Brisbane 2.7.2007
Report and interview by Martin Buzzacott

Performing, composing the unexpected
Fine Arts Magazine (Australia), July 2007
Report and Interview by Danielle Carey

Australia welcomes Patricia Kopatchinskaja
Staccato (Journal of the Australian Chamber Orchestra) June 2007
Interview by Julia Gross

 
     
 
Ulrike Lampert in Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, Ausgabe September/Oktober 2007 

Die Essenz des Unaussprechlichen
Patricia Kopatchinskaja, Musikerin

Am 12. Oktober, wenn das RSO Wien und Bertrand de Billy im Großen Musikvereinssaal in die neue Saison starten, tritt als Solistin von Otto Zykans Violinkonzert eine singuläre Erscheinung an: Patricia Kopatchinskaja, eine wie keine, keine Geigerin – eine Musikerin, wie sie sich bevorzugt bezeichnet, denn das Instrument allein macht sie noch lange nicht aus. Ihre Wurzeln in der Volksmusik, ihr musikalischer Ur-Instinkt und ihre schier grenzenlos scheinende Energie geben ihr in der Maschinerie des harten Musikgeschäfts den besten Halt, und das hört, sieht, spürt man.

Menschen und also auch Künstlern mit Worten gerecht zu werden ist mitunter keine leichte Übung, man muss sie erleben. Patricia Kopatchinskaja zählt zweifellos dazu. Was Wunder, wenn allerorten Bilder bemüht werden, Journalisten sie ein „schönes Biest, ein wildes Katzentier mit Geige“ nennen oder einer ihrer Lehrer von einem „Diamanten, den man nicht schleifen kann“ spricht. Hinzu kommt der Umstand, dass sie sich gegen jegliche Schubladisierung verwehrt und sich nicht in Kategorien packen lässt, sich weder als „Star“ fühlt noch zu einem solchen werden möchte. Schwierig also, Worte zu finden, schwierig auch für sie selbst, wenn es darum geht zu benennen, was es denn für sie bedeutet, Musikerin zu sein: „Musikmachen“, sagt sie, „ist für mich die Essenz des Unaussprechlichen.“

Nüchterne Fakten
Ihr künstlerischer Werdegang freilich lässt sich bestens in die im Musikbetrieb gängigen, ausschlaggebenden wiewohl nüchternen Worte fassen: 1977 in Moldawien geboren, Vater und Mutter Musiker, Studien in Violine zunächst in der Heimat, dann in Wien, schließlich in Bern bei so prominenten Lehrern wie Igor Ozim, in Komposition bei Iván Eröd; 2000 Erster Preis beim Internationalen Henryk-Szeryng-Wettbewerb in Mexiko, 2002 Auszeichnung mit dem International Credit Suisse Group Young Artist Award, 2002/03 Österreichs „Rising Star“, 2004 „New Talent – SPP Award“ der EBU, 2006 Förderpreis Deutschlandfunk; Konzerte mit den Wiener Philharmonikern, dem Philharmonia Orchestra London, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, mit Mariss Jansons, Sir Roger Norrington, Krzysztof Penderecki, Kammermusik mit Alexei Lubimov, Mihaela Ursuleasa, Thomas Demenga, Heinrich Schiff; Uraufführungen für sie komponierter Werke von Johanna Doderer, Otto Zykan, Gerald Resch, Gerd Kühr, demnächst auch von Jürg Wyttenbach und Fazil Say; Wiener Musikverein, Concertgebouw Amsterdam, Carnegie Hall New York, Suntory Hall Tokyo, Lucerne Festival, Salzburger Festspiele, Wiener Festwochen, Lockenhaus, Delft, Kuhmo &ldots;

Von den Möglichkeiten -
Ich würde jetzt vielleicht Kartoffeln verkaufen, wenn meine Eltern nicht den Mut gehabt hätten, ein neues Leben in der Ferne zu riskieren“, blickt Patricia Kopatchinskaja realistisch auf die Möglichkeiten, die sich ihr nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im verarmten Moldawien geboten hätten – und füllt die künstlerisch-biographischen Fakten mit Leben auf, ihrem Leben, das dahintersteckt. In ihrer Kindheit war sie mit dem Volksmusikensemble ihre Eltern – die Mutter Geigerin, der Vater Cymbalist – unterwegs durch die sowjetischen Republiken, und so wurde ihr „die Volksmusik in das Blut eingegossen“, wie sie es ausdrückt. Als sie mit dreizehn Jahren nach Wien kam, ergaben sich völlig neue Perspektiven. „In Wien war die größte Chance das Kompositionsstudium, die Begegnung mit den beiden Wiener Schulen, der Nachklang der Monarchie und der Duft des Wiener Walzers.

Und natürlich die fantastischen Violinprofessoren, bei denen ich studieren durfte.“ Unter den vielen Faktoren, die eine Karriere zur Karriere machen, misst sie den errungenen Preisen und Auszeichnungen nur eine sehr kleine Rolle bei. Doch haben sie Möglichkeiten eröffnet, und für diese ist sie dankbar. Konzerte mit den Wiener Philharmonikern und Mariss Jansons beim Lucerne Festival oder auch mit dem „unerhört inspirierten“ Dirigenten Sakari Oramo und seinem Finnischen Radio-Symphonieorchester waren Möglichkeiten dieser Art.

- und Wahrheiten eines Lebens
Dass Patricia Kopatchinskaja beim Blick auf die junge Geiger-Generation im besten Sinne völlig aus der Reihe tanzt, ist nicht zu übersehen und vor allem auch nicht zu überhören. Das mag an ihren Wurzeln in der Volksmusik liegen und auch daran, dass sie sich – trotz „klassischer“ Ausbildung – nie in eine Form hat pressen lassen und sich ihren viel zitierten musikalischen Ur-Instinkt erhalten hat. Ob die große Anzahl an Lehrern, die sie im Laufe der Jahre unterrichtet haben, auch darin begründt liegt, sei dahingestellt. Ganz grundsätzlich will sie „einfach ich selbst sein. Es ist nicht meine Aufgabe, mich mit anderen zu vergleichen oder mich bewusst von anderen zu unterscheiden“, hält sie fest und erzählt: „Es gibt einen Bericht über einen jungen Gorilla, der so lange auf einem Paraffinfass getrommelt hat, bis er den alten großen Führer seiner Horde abgesetzt hat und selber der Führer geworden ist.

Danach trommelte er nie wieder. Vielleicht liegt es im unserem Tiersein tief drin, dass man als junger Mensch zuerst die große Glocke läutet und im Alter die Ausgeglichenheit sucht und an beides als definitive Wahrheiten glaubt. Oft realisiere ich erst im Nachhinein, wie sehr ich oppositionell spiele, finde das aber ein nötiges Gewürz in der allgemeinen Langeweile.“

Sprühende Energie 
Gefahr vor Langeweile gibt es bei Patricia Kopatchinskaja wahrlich nicht, sie selbst und ihr Musizieren sind geprägt von einem überwältigenden Maß an sprühender Energie und unglaublicher Intensität, das dem Zuhörer sprichwörtlich den Atem raubt. Auf die Frage, woher sie diese Energie nimmt, hat sie eine denkbar einfache Antwort: „Energie kommt wohl von Gott, und man muss schauen, dass man sie nicht dumm verpufft. Wenn man eine Patrone in offenes Feuer wirft, gibt es nur einen ,Pfupf‘,wenn man sie aber aus einem Gewehr abschießt, hat sie echte Kraft. So lernte ich mit der Zeit, meine Energie zu bündeln und zielgerichtet zu verwenden.“

Worauf es ihr beim Musizieren ankommt, ist „auf gar keinen Fall nur das Wiedergeben der richtigen Töne oder die allgemein standardisierte Auffassung. Das Konzertpublikum hat ja das meiste schon oft von traditionsbewussten Meistern gehört, oft gepresst auf Aufnahmen. Da finde ich es interessanter – mit dem größten Respekt vor dem Komponisten und mit allem Zubehör wie Stil –, meine eigene Sicht des Stückes zu erzählen. Man staunt, wie frisch plötzlich die Farben eines jahrhundertelang hängenden bekannten Bildes nach einer Restaurierung sind. Nach dem Diktum von Diaghilew, ,Etonnez-moi‘ (,Erstaunen Sie mich‘) möchte ich auch mit bekannten Werken überraschen, sie für die Ohren der Zuhörer aktualisieren.“ Und das tut sie, in jedem einzelnen Konzert aufs Neue. Das Publikum sieht sie dabei als „gleichwertigen Kommunikationspartner. Ein gut zuhörendes, interessiertes Publikum ist unendlich viel Wert. Da kann man sehr viel wagen und auf ein Echo hören.“

Leidenschaft für Neues 
Das Repertoire, das Patricia Kopatchinskaja parat hat, sucht seinesgleichen, im Umfang wie auch in der Vielfalt. Und obwohl sie, man erinnert sich, nicht in eine Schublade gesteckt werden möchte, spricht sie eine besondere Leidenschaft deutlich an – die Leidenschaft für Neues, für die Musik der Zeit, in der sie lebt. „Ein neues Stück gemeinsam mit dem Komponisten auf die Welt zu bringen ist ein sehr eigenartig besonderes und mit nichts zu vergleichendes Privileg“, schwärmt sie. „Ich glaube, dass auch meine eigene Erfahrung mit dem Komponieren mich offen, neugierig und bereitwillig gemacht hat, den Komponisten eher zu ermutigen als zu entmutigen, Dinge zu tun, die vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnlich und daher unmöglich erscheinen.“ So erzählt sie beispielsweise von ihrer tagelangen Suche in der ganzen Stadt, der Suche nach etwas Metallischem, das den Klang, den Gerd Kühr sich vorstellte, produzieren könnte – bis sie auf einen Metallfingerhut stieß, der genau auf ihren Finger passte. An die Begegnungen und Arbeitsphasen mit den vielen Komponisten denkend, die für sie geschrieben haben, stellt sie fest: „Was bin ich für ein glücklicher Mensch, dass ich all das kreieren darf!“

Die Kunst des Gebärens 
Zum Violinkonzert „Da drunten im Tale“, 2004 von Otto Zykan für sie komponiert, hat Patricia Kopatchinskaja eine Menge zu sagen, die Vorbereitungen für die Uraufführung bei den Klangspuren Schwaz jenes Jahres sind ihr in lebhaftester Erinnerung geblieben: „Otto schrieb das Konzert wahnsinnig schnell und lieferte die Noten im Sommer 2004 samt sich selbst. Er machte sich sofort an die Arbeit, ließ mich nichts anderes üben, obwohl ich noch etwa fünf andere Konzerte neu zu lernen hatte. Er begleitete mich am Klavier und übte mit mir wie ein Tennistrainer – in einer früheren Lebensphase hatte er ja als Tennislehrer gearbeitet. Dauernd machte er sich furchtbare Sorgen, dass dies oder jenes nicht optimal klingen könnte, machte oft sofort Korrekturen."

"Er kam mir vor wie eine schwangere Frau – und ich mir wie die Hebamme.“ Ein zutiefst menschlicher Prozess also, und als ebenso menschlich muss wohl die Spannung eingestuft werden, die sich in jenem Sommer dermaßen hochschaukelte, „dass ich ihm verbieten musste, vor dem Konzert ins Künstlerzimmer zu kommen. Es war wahrscheinlich die intensivste Zusammenarbeit in meinem Leben. Jedes Mal, wenn ich seine Musik spiele, muss ich mit einer lächelnden Träne an diesen Sommer denken. Dieses Violinkonzert empfinde ich als in der Tradition der zweiten Wiener Schule stehend, ein weitausgelegtes Stück, mit in die rhythmischen Zykanessen hineinschwimmendem Schönklang. Fantastische Stellen mit Schlagwerk und der Choral mit dem umgedrehten Bogen – das macht das Konzert sehr besonders. Wenn man sich fragt, was eigentlich nach Bergs Violinkonzert kommt, dann sag ich Zykan!“

(Konzert: Freitag, 12. Oktober 2007, RSO Wien, de Billy, Zykan Violinkonzert)

 
     
 
Martin Buzzacott in Courier Mail (Brisbane, Australia), 2.7.2007

Wildcat dreaming

She's burst yellow balloons during classical concerts, eaten apples on stage, and played the violin while lying on her back, but filling in for Richard Tognetti as guest director of the Australian chamber Orchestra may be violinist Patricia Kopatchinskaja's greatest musical challenge to date.

The Moldovan-born 30-years old with a fascination for the avant-garde is regarded as one of the most sontaneous performers in classical music.

But how does her notorious "gypsy spirit" and mercurial stage presence adapt when she's entrusted with the responsibility of being the leader of an orchestra?

"With any other orchestra I would have to restrict spontaneity in order to hold 20 musicians together" she says after her first rehearsal with the ACO. "But as I was already told in Europe, the Australian Chamber Orchestra is a big exception. These musicians are quite amazing, listening and reacting quickly, so there is a lot of give-and-take just as there is in chamber music".

Having grown up in a musical household steeped in Eastern European folklore, the multi-competition winner assimilated not just gypsy music but also the music of the dervishes and even some flamenco along with that of her classical and contemporary music idols.

The result is a singular musical personality - she is happy to agree with one critic's description of her as a "wildcat" - that's as comfortable performing the above antics demanded by a John Cage piece as she is in the music of Vivaldi and Rossini that she'll  perform with the ACO at QPAC tonight.

And like pianist Glenn Gould before her, Kopatchinskaja believes that the truest musical experience is always the live one, so until recently she has avoided the recording studio.

"Recordings can be a powerful mechanical motor for a cereer" she says, "but until now I have ridden an un-motorised bicycle. Recently though, I decided to put the recording motor to work and this northern autumn there will be sessions with the amazing Turkish pianist Fazil Say. I hope that we can capture some of the live experience in the studio".

The most eagerly anticipated work on the program tonight will be a composition of her own, Per Australia, written specially for the tour.

"I only go into composing mode for musician friends whom I really love and appreciate. I think so highly of the Australian Chamber Orchestra and I was so impressed by their rcordings and videos that I felt a desire to write something for us to play together" she says.

The problem was that Kopatchinskaja herself had never been to Australia. She instead, she created an imaginary musical journey. "I had in mind the image of travelling the ocean through wind and waves, then hearing the first birds, and seeing new landscapes and strange creatures and plants. It is of course only an Australia of my dreams. But it does include a musical description of bunyips, who are characterised in a passage for the double-bass and cello."  

So will tonight's Brisbane audience be treated to any of Kopatchisnkaja's onstage performance-art antics? "I'm afraid not. this time we will enjoy serious music making". 

 
     
 
Fine Arts Magazine (Australia), July 2007

Performing, composing the unexpected   

Violinist Patricia Kopatchinskaja will make her Australian debut this year, touring with the Australian Chamber Orchestra from 30 June to 11 July. Danielle Carey talks to Patricia about her role as a live performer in today’s world of music on demand.

Thriving on the spontaneity and risk, Moldovian-born Patricia Kopatchinskaja is building a reputation for preferring live performance to CD recordings. For Patricia, a live performance is an organic life form that a CD cannot replicate – a dynamic existence that is truly unique. There is the thrill of hearing the unexpected, the danger of living on the edge, the challenge of maintaining perfect control of your instrument, the excitement of interacting with an audience. During my email exchange with her, she uses the analogy of museum replicas to elaborate this point: ‘Take insects or other animals,’ she writes. ‘You can kill them, stick them on a needle or stuff them, and [then] put them in a museum. You then can pretend that this is “the honeybee” or “the lion”, but these preparations have nothing to do with real animals. [There is] no movement, no danger, no sex, no surprise, no life. [It’s] just the same with recordings, they are dead insects.’

I find this idea fascinating – it seems to defy the commercialisation that is currently engulfing the arts. For Patricia, music isn’t a static product to be consumed; it is a dynamic interaction between the performer and the listener. It also has a specific social function – entertaining an audience is not nearly enough: ‘the performer has to be a guide, unfolding meaning, imagination and [the] emotion of a piece.

Patricia’s performances in Australia will surely be no exception. A quick glance at her website – where, incidentally, you can download tracks of previous performances – will show you that she does not compromise her ideals, but approaches her work with unrelenting integrity.

The program itself includes some politically driven pieces, bearing a strong message of hope against war: ‘I am just a musician [without] much knowledge about politics’, she writes. ‘But as a human being [with] the duty to maintain values&ldots;of course, I am – as every reasonable person on this world is – against war and violence.’

Written as a response to the World War II invasion of Prague, Karl Hartmann’s renowned Concerto Funèbre is one of the works she will perform. While most artists either fled the country or (reluctantly) joined the Nazi party, Hartmann chose to remain under Hitler’s regime as one of the few passive resistants to the atrocities that occurred.

His concerto is, however, not entirely pessimistic: ‘The Concerto Funèbre was written as a reaction to evil times,’ Patricia explains. ‘It contains conflict and violence, but also hope and faith. It’s really about the limits of human existence, which makes it a gripping and compelling piece – most worthwhile to present and to listen to. Having [chosen] Hartmann [for the program] we found it fitting to pair it with the work of a victim of these times – Gideon Klein [who was a composer in the Terezin concentration camp]. Some of the greatest musicians refused to cooperate with Nazi rule. Besides Hartmann, [there was] Adolf Busch, Pablo Casals, Arthur Grumiaux, [all of whom] we should admire and follow.’

New music also plays an important role in Patricia’s work as a performer. It has had a ‘radical influence on my way of experiencing and dealing with music,’ she states on her website. ‘Contemporary music is the air I breathe. Composers are the musicians I feel most at ease with. I like to try out, discuss and play new pieces, preferably while the ink is still wet and no “experts” or rigid traditions impede freedom.’

When I asked her about this passion for the new she wrote about the difficulties with performing contemporary music: ‘Somebody told me once [that] to compose in our time is like [selling] umbrellas in the Sahara,’ she wrote. ‘The public of classical concerts has acquired a routine in listening – they don't like to be aroused by new sounds.’ Along with this general feeling towards contemporary music, she believes there is still an attitude of elitism amongst concertgoers:’ It’s like visiting a museum where you know exactly what you are going to see and admire.’ And if new music is viewed as a threat or a risk to the pleasures of a ‘nice concert’, programming new music then becomes problematic: concert producers find they need to comply with this conservatism out of sheer financial necessity.

Of course it should be noted that Patricia adores older music as well – indeed, she will perform both Rossini’s String Sonata no 3 in C and Vivaldi’s Violin Concerto in D, ‘Il grosso mogul’, during her Australian tour. But as a performer, Patricia sees the importance of maintaining a balance between giving audiences exactly what they want to hear and challenging them with new music and so allowing the art form to evolve meaningfully: ‘We interpreters have to decide if we want to play this game or if we believe that this narrow classical world should be a real art form which has the duty to reflect life from all sides – not only its past forms, but also its current development.’

Given her interest in new music, it’s no surprise that Patricia also composes. She says it is the ‘best way to understand and to appreciate [the] music of other composers’. Mostly though, it is instinctual: ‘Why does a bird sing? It does not know. Perhaps it’s innate? I just feel better if I do it. Even if you can eat in fantastic restaurants, one sometimes feels the natural wish to try to cook...You suddenly realise: it's not a miracle – it contains raw materials and ingredients, which you [can] possibly even buy in a supermarket and [then] try yourself to copy [like a recipe] and put some personal note on it!’

During her tour with the ACO, Patricia will give the Australian premiere of Per Australia – a work she wrote specifically for this orchestra. Having never visited Australia until now, she says this work is largely inspired by the ‘Australia of her dreams’. And how will this piece sound? It’s difficult to imagine – her list of influences is huge: The Second Viennese School (Schoenberg, Webern, Berg) has been a major influence, but so has music of the Renaissance, the ‘energy’ of the Baroque, pantomimes, theatre, and, of course, Eastern European folklore – the music of her childhood. It seems that the musical tastes and interests of this remarkable violinist are diverse in the extreme.

Working initially at the piano, Patricia allows her compositional process to evolve organically – first collecting ideas and then allowing the emerging work to diverge in many directions regardless of any original plans. While it is clear she loves this process, Patricia admits that it sometimes ‘lasts for months because my time is extremely limited [due to] playing about 100 concerts per year and having a small child at home.’

So what does Patricia hope to inspire in her listeners? ‘It’s impossible to put that in words,’ she says. ‘I seem to remember E.T.A. Hofmann, who said that music starts where the spoken word ends. However, I [do] hope to reach and touch them.’

 


 
     
 


Interview by Julia Gross in Staccato (Journal of the Australian Chamber Orchestra) June 2007

AUSTRALIAN CHAMBER ORCHESTRA WELCOMES PATRICIA KOPATCHINSKAJA

In July 2007 exciting young violinist Patricia Kopatchinskaja makes her Australian debut with the ACO for the ABN AMRO Hope tour, guest directing a program superbly suited to her reputation: virtuosic, intriguing and unconventional. Born in Moldova, the wine-growing country between Romania and the Ukraine, she studied composition and violin in Vienna and Bern. Both her parents are musicians. Staccato recently caught up with Patricia:

How did you first get interested in the violin?
My mother plays the violin, as does my older sister. It was quite natural, that I played the violin too; it was not a conscious choice. 

You have quite an international identity. You grew up in Moldova, emigrated to Vienna and now live in Switzerland. Do you think this is reflected in your approach to music?
From Moldova and my musician-parents I have strong roots in Eastern European folklore and I feel at ease with compositions which are influenced by it (e.g. Enescu, but there is Eastern folklore in compositions by Haydn and Beethoven already). My second musical home is Vienna, and there especially the second Viennese school of Schönberg, Berg and especially Webern. They opened up new dimensions of musical expression. Take the combination of folklore and modern music and you have Bartok, Kodaly and Kurtag, where I feel equally at ease with. The Swiss influence is my trying to be reliable and on time in my professional life.

Do you have a favourite composer/s?
Beethoven, Ustvolskaja, Kurtag. But I try to love most the composer whose work I am just playing.

Who has been the biggest influence on you musically?
Cecilia Bartoli and Fazil Say, both performers who go to the limits.

What are some performance highlights for you in the current season? 
The three biggest opportunities of this season are my debut in Berlin with the Deutsches Symphonieorchester and Sir Roger Norrington, then the debut in Moscow with the Tschaikowsky Symphony Orchestra with Fedoseyev, and last but not least the upcoming tour in Australia. Besides these there are some exciting collaborations with Mihaela Ursuleasa or Fazil Say in various recitals.

Can you tell us about your chamber music festival - Rüttihubeliade?
We did this festival from 2003-2006. It was great fun to choose programs and to play with friends.  But it took all my free time. Now I have a small daughter and I think it's more important to spend more time with her.

What can you tell us about your composition - Per Australia - which will have its Australian premiere in July 2007?
With compositions one has of course ideas and plans. Only in my experience these change with time and the result at the end has nothing to do with the original ideas. It's like having a child who has to grow up and live his own life.  For me it is essential to write for specific musicians. When I imagine the Australian Chamber Orchestra playing my music I rejoice and jump to the ceiling like a kangaroo (which I have never seen before).

What passions do you pursue outside music?
Family, friends and food.

 
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